Donnerstag, 6. August 2009

Granada para Cheles

Ein Chele – das bin ich seit einem Tag. So werden die Ausländer hier in Nicaragua genannt. Die Anreise war unglaublich lang und auch anstrengend, doch während ich bei meinem letzten Flug von Miami nach Managua meine Augen fast nicht mehr offen halten konnte, war ich sofort putzmunter, als ich in Managua, der Hauptstadt von Nicaragua, aus dem Zoll kam und sofort herzlich von meinen Mitbewohnern und anderen Freiwilligen hier begrüßt wurde. Zur Begrüßung gehörte gleich ein Keks mit intensivem nicaraguanischen Käse, an dessen Geschmack ich mich erst noch gewöhnen muss.

Das Gepäck wurde gleich auf die Ladefläche des hier üblichen Verkehrsmittels, der Camioneta, geschmissen. Die Camioneta ist ein Jeep und tagsüber ist es wohl auch üblich die Ladefläche als zusätzliche Sitzgelegenheit zu nutzen. Nachdem wir noch einen Zwischenstopp in der Freiwilligen-WG in Managua eingelegt hatten, kam ich gegen Mitternacht zu nicaraguanischer Zeit (also 8 Uhr morgens in Deutschland) in meinem neuen Zuhause, der Casa de los tres mundos, an.

Nach nur vier Stunden Schlaf (Jetleg war schuld) habe ich dann meinen ersten Sonnenaufgang in Nicaragua genossen und nach dem Frühstück wurde ich dann allen Casa-Mitarbeitern vorgestellt und das sind richtig viele. Daher verwechsle ich auch noch alle Namen, auch wenn ich von jedem gleich herzlich mit Bussi auf die Backe begrüßt wurde.
Im Kulturzentrum hier gibt es auch einen kleinen Radiosender namens „Radio Volcon“ und da hatte ich die Ehre, dass ich bei meiner kleinen Vorstellungsrunde gleich mit in die Sendung integriert wurde und ein paar Brocken Spanisch zum Besten gegeben habe. Wie man merkt ist hier alles ganz spontan und es nicht so wichtig, ob der Radiobeitrag qualitativ hochwertig ist – Hauptsache man ist freundlich und offen.

Kulinarische Besonderheiten habe ich auch bereits kennengelernt, vor allem Früchte, deren Namen ich mir nicht merken konnte und die ich noch nie zuvor gesehen habe.
Auf dem Markt habe ich auch das erste Mal extrem gemerkt, wie hoch der Preisunterschied zu Europa ist. Für sechs Mangos habe ich 3 Cordobas, die nicaraguanische Landeswährung, gezahlt und 20 Cordobas sind 1 Dollar. Ich habs nicht genau ausgerechnet, aber es ist unglaublich billig und es ist kaum vorstellbar, wie die Familie der Verkäuferin sich auf diese Weise den Lebensunterhalt verdienen soll.

Gleich an meinem ersten Tag hier habe ich ein bisschen mit Cornelius, einem Zivi aus Österreich und mein Mitbewohner und einem Gitarrenschüler ein bisschen im Innenhof der Casa auf der Gitarre geklimpert, ohne aber Unterricht zu geben. Die meisten Schüler, die hierher kommen, spielen auch schon richtig gut, was ich gar nicht so erwartet hatte.

Tja, und damit ich aber gut Gitarre spielen kann, brauche ich natürlich auch eine eigene Gitarre, weshalb ich gegen Abend mit einem Musiklehrer und Cornelius noch in die nächste Kleinstadt, Masaya, gefahren bin und auf Empfehlung des Musiklehrers mir nun eine Gitarre beim angeblich besten Gitarrenbauer Nicaraguas bauen lasse.

Für den ersten Tag hier ist also ziemlich viel los gewesen und ich befinde mich in einem Meer von neuen Eindrücken, Bildern und Menschen und bin gespannt auf die nächste Zeit.

1 Kommentar:

  1. uiii klingt das alles toll mein spatzal.. will am liebsten jetzt schon zu besuch kommen <3
    genieße jeden tag in vollen zügen weil es alles so viel zu schnell vorbei geht..
    ya te echo de menos guapi

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